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ÖFFENTLICHE KUNST UND DIE FONDS D'ART CONTEMPORAIN DE LA VILLE ET DU CANTON DE GENÈVE –GEMEINSAME ÜBERLEGUNGEN ZUR GESTALTUNG DES ÖFFENTLICHEN RAUMS Die Fonds d’art contemporain der Stadt und des Kantons Genf haben eine aus Experten aus den Kommissionen und aus Vertretern der entsprechenden Stellen bestehende Arbeitsgruppe gebildet, um neue Zielsetzungen und Strategien im Bereich Eingriff in den städtischen Raum zu definieren. Durch regelmässige Treffen ist diese Arbeitsgruppe zu einer Denkfabrik und einer Austauschplattform geworden, in welcher die Art und Weise, die Ziele und die Anwendungsmodi künstlerischer Eingriffe im öffentlichen Raum offen und frei in Frage gestellt werden dürfen. Derzeit finden die meisten vom Fonds municipal d’art contemporain (Fmac – Fonds für zeitgenössische Kunst der Stadt) ins Leben gerufenen Realisierungen im Bereich öffentlicher Kunst ihren Ursprung in Anträgen verschiedener Stadtorgane, insbesondere der Stadtplanung, des Stadtbaus, des Schulwesens oder der städtischen Raumplanung. Manches Vorhaben kann ebenfalls vom Fmac diesen Stellen nahegelegt werden. Diese vielfältige Zusammenarbeit gibt zu zweierlei Projekten Anlass: einerseits Kunsteingriffe in die bestehende Architektur nach dem Bau, der Erneuerung bzw. dem Umbau einer Liegenschaft (z.B. die Fassade der Usine, der Ausbau des AMR oder die blinde Fassade der Hugo-de-Senger-Schule), andererseits Werke, die im öffentlichen Raum erdacht und integriert werden (wie der Tongarten der Schulgruppe Ouches, am Oktober 2007 eröffnet, oder der Gang der Grottes in der Realisierungsphase). Anträge für Kunsteingriffe im Hinblick auf bestehende oder vom Kanton renovierte Liegenschaften (wie z.B. der CO Montbrillant, die Haupt- und Handelschulen Emilie-Gourd, André-Chavanne und Nicolas-Bouvier, das Kinderspital, das alte Mutterschaftsspital und der CO Cayla) werden gewöhnlich an den Fonds cantonal d'art contemporain (FCAC – Fonds für zeitgenössische Kunst des Kantons) durch die beauftragten Architekten, die Anwender oder die Gebäudeverwaltung der kantonalen Baudirektion gerichtet. Die FCAC-Kommission kann ebenfalls auf Vorschläge der Gemeinden oder der Baustiftungen öffentlichen Rechtes eingehen (z.B. die Liegenschaft der HBM Camille-Martin-Stiftung rue Ferrier / rue Rothschild). Seit 1980 lässt sich eine offensichtliche Entwicklung bei den Kunstwerken ablesen, die ins öffentliche Bauwesen und den öffentlichen Raum schrittweise integriert wurden. Am Anfang bildeten sie eine reine Dekoration im Dienste einer gegebenen Bauart, die auch als solche betrachtet und realisiert wurde. Heute werden Aufträge für Kunstwerke vergeben, bei denen Künstler und Architekten bereits zum Zeitpunkt der Projektausarbeitung zusammenarbeiten. Dadurch ergibt sich ein engerer Bezug zwischen Kunstwerk und Umgebung. Ein Beispiel dafür zeigen die Vorhaben Fil du Rhône (Fmac) oder Montbrillant (FCAC). Ganz offensichtlich können sich die Fonds nicht ausschliesslich reaktiv verhalten, wenn sie auch dafür die bisherige Praxis nicht aufgeben, den Künstler mit einem Standort oder einem Werk in Verbindung zu setzen. Erklärtes Ziel bleibt es, mit modernen Fragen der Kunst in Bezug auf den öffentlichen Raum und die städtische Raumordnung zusammenhängende Projekte zu starten. Die Beziehung zum (privaten / öffentlichen) Raum, der Umfang der Stadt, die Ausarbeitung neuer Stadtformen, die kritische und soziale Rolle, die Ästhetik, die Funktionalität bilden einen integrierenden Bestandteil der Überlegungen (Anliegen) der Künstler in ihrem Forschungsbereich. In dieser Perspektive haben die Fonds ein umfangreiches Vorhaben ins Leben rufen wollen, dessen Umfang nicht mehr eine einzige Liegenschaft in der Stadt oder im Kanton, sondern ein ganzes Stadtviertel einschliesst, welches den Blick einiger modernen Künstler auf die Bebauungen und den öffentlichen Raum in Genf anzuziehen und abzubilden vermag. Aus diesem Gedankenkomplex ist das gemeinsame Projekt NEONS PARALLAX entstanden. Die erste Phase begann am 15. Mai 2007, die zweite am 25. September 2008 und die dritte am 18. September 2009. Mit der Einweihung der drei zusätzlichen Arbeiten, begleitet von einer Ausstellung, einem Symposium zur Kunst im öffentlichen Raum und einer Publikation, findet das Projekt im März 2012 seinen Abschluss. Die gezeigten Installationen bleiben für zehn Jahre ausgestellt. |