LICHTKUNSTWERKE AUF DEN DÄCHERN DER STADT

Auf der Reede wirken die Lichtschilder visuell durch die nächtlich von ihnen ausgestrahlte farbige Beleuchtung und sie erschaffen dadurch ein Gefühl vom Leben und Lebhaftigkeit. Welche Form auch immer sie nehmen, welche Botschaft auch immer sie übermitteln, werden Lichtschilder stets Werbungen gleichgestellt; über ihre Funktion besteht überhaupt kein Zweifel. Im Kontext der Plaine de Plainpalais bleiben die Lichtwerke auf den Dächern emotionell und geistlich einem vielfältigem Publikum leichter zugänglich. Die Geschäfts- und Werbeinhalte, die mit dem glanzvollen Standort der Reede verbunden bleiben, werden hier in künstlerische Botschaften an die Anrainer, Bewohner und Füssgänger des Plainpalais-Stadtviertels umgesetzt. Die herkömmliche Beschilderung der Stadt wird auf dieser Art umgestossen und von den Künstlern abgewendet.

Das NEONS-Vorhaben stellt ebenfalls die Verwirklichung mehrerer Zielsetzungen der Fonds d’art contemporain de la Ville et du canton dar. Einerseits geht es darum, mit in den öffentlichen Raum eingreifenden Kunstwerken für einen begrenzten Zeitraum (10 Jahre) eine neuartige Zeitlichkeit zu experimentieren. Andererseits macht die Besetzung der Dachflächen um die Plaine de Plainpalais die Entdeckung eines neuen Integrationskonzeptes für Kunstwerke möglich, ohne dafür einen am Boden bereits überladenen und - was geanu der Falle für die Plaine ist - dicht bebauten Raum zu besetzen. Die kollektive Form dieser aus verschiedenen Einzelwerken bestehenden globalen Realisation erlaubt es insbesondere, Künstler der lokalen Szene mit Kunstchaffenden auf internationaler Ebene in Verbindung zu bringen. Durch diese Vorgehensweise kann die Stadtumgebung auch wie ein gemeinsamer Raum betrachtet werden, der durch einen neuartigen Blick in Frage gestellt und neuqualifiziert werden soll.